Die eigenartige Geschichte
Vor einiger Zeit, im Jahre 1849, wurde der Cav. Domenico Giusti, Vermögensverwalter
einer der reichsten Familien von Monsummano, darüber informiert, daß einige Tagelöhner,
die in einem Kalksteinbruch auf dem Hügel über dem Ort arbeiteten, eine Höhle
entdeckt hatten, die bis zu dem Zeitpunkt hinter einem großen Felsblock verborgen
war.
Die Steinbrecher hatten auch ein Paar Steine in die Höhle geworfen, was sie davon
überzeugte, daß sich auf dem Grund Wasser befände.
Aus Neugierde, ließ Cav. Domenico Giusti den Eingang erweitern und bat einige
Freiwillige sich an einem Seil in den geheimnisvollen Natur-Brunnen herabzulassen.
Das Bild, das den mutigen Forschern" erschien war erstaunlich und unerwartet:
Sie erzählten von wunderschönen herabhängenden Stalaktiten und hinausragenden
Stalagmiten und von einem kleinen unterirdischen Warmwasser- See, der den ganzen
Raum mit seinen Dämpfen sättigte und all diejenigen, die vom ungewöhnlichen Szenarium
berauscht, sich länger in der Höhle aufhielten um das Schauspiel zu genießen,
zu einer starken Schweißabsonderung führte.
Einer von Ihnen war sogar davon überzeugt sich ungewöhnlich besser zu fühlen:
Die Gelenkschmerzen, die er seit einiger Zeit hatte, wären plötzlich verschwunden.
Die Nachricht verbreitete sich schnell über das ganze Gebiet und die wohltuende
Wirkung der Grotte bei Arthritis-Leiden erweckte alsbald das Interesse vortrefflicher
Mediziner :Das Phänomen" wurde Gegenstand sorgfältiger Studien, die zu bedeutenden
wissenschaftlichen Nachweisen der effektiven Heilwirkung der Grotte führten.
Der Erfolg dieser Entdeckung war so groß, daß Cav. Domenico Giusti einige Behandlungs-Kabinen
aufbauen ließ, um den Aufenthalt der Gäste, die immer zahlreicher die wundertätige
Atmosphäre der Grotte erleben wollten, angenehmer zu machen. So begann die Errichtung
eines der ältesten Thermalbäder, von dem die heutigen Einrichtungen der Grotta
Giusti Terme, nach unzähligen Abänderungs- und Erweiterungs-Arbeiten, Ursprung
haben.
In der Zwischenzeit wurden die Thermaldampfbäder" und ihre erfolgreiche Wirkung
auch im Ausland berühmt: Die französischen und englischen Besucher des "Königlichen
Thermalbads" wurden immer mehr. Selbst dem Giuseppe Garibaldi bat sich im Jahre
1867 die Gelegenheit, die Wirksamkeit der Anwendung persönlich wahrzunehmen ;er
bedankte sich bei den damaligen Besitzern mit einem Brief voller Begeisterung.
Im Jahre 1880 wurde das "Königliche Hotel" errichtet, wo auch Giuseppe Verdi und
der Prinz von Neapel gewohnt haben.
Im Laufe der Zeit wurden in der Grotte wichtige Abänderungen vorgenommen, um
den Besuchern einen sicheren und bequemen Aufenthalt zu ermöglichen, ohne dabei
die urspüngliche natürliche Schönheit der Grotte zu verfälschen.